Vor allem bei den Kindern erfreut sich die Kaninchenhaltung in den letzten Jahren zunehmender Beliebtheit. Gleichzeitig steigt damit die Gefahr infektiöser Kaninchenkrankheiten – auch in Privatbeständen.
Im Folgenden werden die Infektionen näher beleuchtet und Informationen zur Prävention gegeben.
Die Chinaseuche (RHD):
Sie wurde erstmals in den neunziger Jahren in China beschrieben. Der Name RHD (Rabbit Hämmorrhagic Disease) beschreibt die klinischen Symptome. Es kommt zu diffusen Einblutungen in Körperhöhlen. Bei dem Erreger handelt es sich um einen Virus der Calicigruppe, dass sowohl direkt (von Kaninchen zu Kaninchen) als auch indirekt (über Kleidungsstücke, Hände, Futter, Einstreu, Insekten…) übertragen werden kann. Nach neueren Untersuchungen spielen vor allem Insekten (Mücken, Flöhe) als Überträger eine wichtige Rolle. Das Virus bleibt über einen langen Zeitraum in der Umwelt ansteckungsfähig.
Durch die Infektion kommt es zu akuten Entzündungen der Gefäße, sodass Blut aus den Gefäßen in Körperhöhlen austritt. Meist sterben die Tiere in sehr kurzer Zeit. Nur sehr widerstandsfähige Tiere haben eine geringe Überlebenschance. Eine Therapie ist nicht bekannt.
Prophylaktisch ist auf jeden Fall eine Impfung zu empfehlen.
Die Myxomatose:
Eine in Deutschland weit verbreitete Seuche. Besonders in den Sommermonaten treten gehäuft Krankheitsfälle auf, wobei Feuchtigkeit und hohe Wildkatzenbestände die Ausbreitung begünstigen. Stechmücken übertragen diesen Virus (Pockengruppe) von Wildkaninchen (natürliches Reservoir) auf unsere Hauskaninchen. Innerhalb der Hauskaninchen erfolgt dann die Übertragung über den Kaninchenfloh!
Erste Symptome sind geschwollene Augenlider und Tränenfluss. Teigige Schwellungen sind vor allem an Ohren, Mund, Nase und Gliedmaßenenden zu erkennen. Eine Therapie gibt es auch hier nicht. Die Impfung ist neben dem Anbringen von Fliegengitter die beste Möglichkeit der Prophylaxe.
Kaninchenschnupfen:
Diese Krankheit ist unter den Hauskaninchen weit verbreitet. Erreger hier sind Bakterien (v.a. Pasteurella multocida). Eine wichtige Rolle spielen auch Umweltfaktoren wie schlechte Belüftung, Stress und staubiges Heu. Die klinischen Symptome sind vor allem schnorchelnde Atemgeräusche und trockenes Niesen.
Da es sich hierbei aber um eine bakterielle Infektionskrankheit handelt, können Antibiotika mitunter helfen. Wobei man leider sagen muss, dass die Behandlung nur bei Einzeltieren sinnvoll ist.
Die Impfung ist von daher vor allem als Bestandsimpfung zu empfehlen.