Zahnstein bei Tieren

Verfasst am: Sonntag, 28. Juni 2009

Dem Thema Zahngesundheit bei Hund und Katze ist über sehr lange Zeit keine Bedeutung beigemessen worden. Man hat in den letzten Jahren aber erkannt, welche Gefahren von übermäßiger Zahnsteinbildung ausgehen können. Ernsthafte Herz- oder Nierenleiden sind nicht selten die Folge schlechter Zahngesundheit. Zudem leiden die Tiere unter Schmerzen!

Entstehung des Zahnsteins:

Die Nahrung der Tiere enthält reichlich Mineralien, Proteine und andere Bestandteile. Zusammen mit den Mineralien aus dem Speichel und einer natürlich im Mundschleimhautbereich vorkommenden Bakterienflora entsteht zu Beginn ein Zahnbelag- Plaque genannt. Werden die Zähne nicht täglich sorgfältig gereinigt lagern sich weitere Minerale und andere Substanzen ein, so dass Zahnstein entsteht. Dieser Prozess findet vornehmlich an der Außenseite der Zähne statt. An der Innenseite reinigt die Zunge und der normale Speichelfluss bis zu einem gewissen Grad die Zähne, so dass hier die Zahnsteinbildung oftmals nicht so ausgeprägt erscheint. Schließlich kommt es durch die Beläge zu Druck auf das Zahnfleisch, was zu Zahnfleischentzündung und Parodontose führen kann. Parodontose bedeutet, dass der gesamte Zahnhalteapparat in den Krankheitsprozess einbezogen wird. Bakterienkönnen sich in diesem Klima besser vermehren und verschlimmern die entzündlichen Erscheinungen. Dadurch wird die normalerweise vorhandene Barriere der Mundschleimhaut geschwächt und Krankheitserreger können leichter über die Blutbahn in den Körper eindringen. So kann es zu schwerwiegenden Erkrankungen des Herzens, der Niere oder anderer Organe kommen.

Was können Sie tun?

Fangen Sie als Welpenbesitzer an, Ihr Tier an die Untersuchung der Maulhöhle zu gewöhnen. So lernt es von Anfang an zu akzeptieren, wenn Sie sich die Zähne und die Mundschleimhaut anschauen. Ganz nebenbei wird Ihnen das in Zukunft andere Dinge wie zum Beispiel die Eingabe von Medikamenten erleichtern.

Optimal ist es, dem Tier durch tägliches Zähneputzen eine gute Zahnpflege zukommen zu lassen. Ist das nicht möglich oder -gewollt können Sie mit regelmäßigen Kontrollen die Entwicklung von Zahnstein und evtl. Entzündungsprozessen rechtzeitig erkennen.

Was kann der/die Tierarzt/in  tun?

Liegen deutliche Veränderungen vor, muss eine Zahnsanierung geplant werden. Dafür ist in der Regel eine Narkose nötig. Die Zähne werden dann per Ultraschall gründlich gereinigt und von Belägen befreit. Ist es bereits zur Taschenbildung im Zahnfleisch gekommen, müssen diese beseitigt werden. Die gereinigten Zähne lassen sich dann wiederum auf weitere Schädigungen untersuchen, so dass gegebenenfalls Zähne saniert oder entfernt werden können.

Am Schluss werden die Zähne mit einer speziellen Paste poliert, damit der Schmelz wieder geglättet ist und die Zähne besser gegen die Neubildung von Belägen geschützt sind.

Zahnschmerzen bei Tieren?

Man weiß mittlerweile, dass Tiere Schmerzen genauso empfinden können wie wir und dass es das Phänomen Zahnschmerzen auch bei Tieren gibt! Und wer schon einmal Zahnschmerzen hatte weiß, wie sehr man darunter leidet.

Wie erkennt man Zahnschmerzen beim eigenen Tier? Zum Teil daran, dass die Belägeauf den Zähnen sich auf einer Seite stärker ausbilden als auf der anderen- als Zeichen dafür, dass diese Seite beim Kauen geschont wird.

Zum anderen erkennen Sie ein Tier mit Schmerzen auch an seiner Wesensveränderung. Man bekommt von Besitzern nach einer Zahnsanierungen immer wieder die Rückmeldung, dass die Tiere im Anschluss viel munterer sind als vorher. Wenn Sie reduzierte Aktivität bei Ihrem Tier feststellen kann dies auf Schmerzen- eben auch im Zahnbereich hinweisen.

Es lohnt sich also, sein Tier aus dieser Sicht genauer zu beobachten- und ihm zu helfen, wenn es notwendig ist.

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