BARFEN – eine artgerechte Ernährung ?

Verfasst am: Freitag, 3. Dezember 2010

Barfen – eine ausgewogene und artgerechte Ernährung

Immer mehr Hundebesitzer machen sich um die Ernährung ihrer Tiere Gedanken, da sie ihr Liebling vor allem artgerecht aber auch bedarfsgerecht ernähren wollen. Zu diesem Zweck wurde das Ernährungskonzept „BARF“ entwickelt.

Dabei handelt es sich um eine speziell auf fleischfressende Haustiere ausgelegte Ernährung, die letztendlich auf den Fressgewohnheiten der Wölfe beruht.

„BARF“ ist die Abkürzung für „Bone and raw food“, was soviel bedeutet wie „Knochen und rohes Futter“. Doch gehen mit dieser Ernährung auch einige Vorurteile einher, sodass z.B. Hunde dadurch aggressiv und wild würden oder sogar der Jagdtrieb gesteigert würde. Genauso hartnäckig hält sich die Vorstellung, dass anatomische und physiologische Unterschiede zwischen Wolf und Hund dazu führen, dass Hunde rohes Fleisch nicht verwerten könnten. Fakt ist jedoch, dass sich die Anatomie und Physiologie zwischen Wolf und Hund, ob Chihuahua oder deutscher Schäferhund, nicht unterscheiden und somit jeder Hund mit rohem Fleisch gefüttert werden kann.

Das Grundprinzip:

„BARFEN“ heißt aber nun nicht, dass der Hund ausschließlich mit rohem Fleisch gefüttert wird. Denn genauso wie der Wolf in der Natur seine Beute mit „Haut und Haar“ verspeist ist es wichtig, den Bedarf des Hundes an essentliellen Nährstoffen, wie Proteinen, Fetten, Spurenelemente aber auch Ballaststoffe zu decken. Durch Zugabe von Gemüse, Kräutern, Nüssen und auch Obst wird in Verbindung mit rohem Fleisch ein Beutetier nachgeahmt. Auf Getreide sollte jedoch verzichtet werden, da diese für den Hund schwer verdaulich sind und somit zu Magen-Darm-Problemen führen können.

Eine Faustregel besagt, dass eine wöchentliche Ration des Hundes bestehen soll aus 70-80 % Fleisch, Innereien, Knochenteile und 20-30% Obst und Gemüse. Hinzu kommt noch ein Anteil an (Wild-) Kräutern, die bei verschiedenen Alterserscheinungen eine unterstützende Wirkung zeigen. So sagt man ihnen eine schmerzlindernde Wirkung bei Arthrose nach.

Gegenüberstellung der Vor –und Nachteile der BARF-Ernährung:

Nachteile der kommerziellen Nahrung, egal ob Feucht –oder Trockenfutter, sind ohne Zweifel die  Konservierungsstoffe, die Farb –und Geschmackstoffen und die teilweise unzureichende Ettiketierung auf den Verpackungen. Demgegenüber steht natürlich der geringe Aufwand bei der Fütterung.

Ein Nachteil des BARFEN hingegen liegt in einer möglicherweise erhöhten Übertragungsrate von Krankheitserregern. Hierzu gehören Salmonellen, E.coli-Bakterien, Toxoplasmen oder auch Würmer. Eine Studie mit Hunden zeigte, dass 80% des rohen Fleisches Salmonellen enthielten. Keine dieser Hunde erkrankte aber an Salmonellen. Es fanden sich aber in 30% der Kotproben Salmonellen, die wiederum für Kinder, Schwangere oder immunsuprimierte Menschen ein Infektionsrisiko darstellen können. Ein weiterer Nachteil der BARF-Fütterung ist ein erhöhtes Verletzungsrisiko  der Tiere durch die Knochenfütterung und die Gefahr des harten Knochenkotes.

Über dies kann BARFEN bei einseitiger Ernährung auch zu Fütterungsfehler führen. Daher ist darauf zu achten, dass die Rationen ausreichend Nährstoffe und Vitamine enthalten.  Vor allem Kalzium, Kupfer, Zink, Vit A /D, Fette und Ballaststoffe müssen ausreichend ergänzt werden.

Die Vorteile des BARFENs liegen aber in der Verbesserung des Immun-systems. Der Hund insgesamt wirkt stärker, da die Muskulatur aber auch die Gelenke, Bänder und Sehnen intensiver versorgt werden.

Ist der Hund vor der Umstellung auf BARF erkrankt, so kann die Ernährungsumstellung individuell und gezielt auf die Erkrankung ausgerichtet werden und somit das Allgemeinbefinden des Hundes verbessert werden.

Der BARF-Fütterung sagt man eine Entgiftungsfunktion des Körpers nach. Auch in der Futtermittelallergiebehandlung kann das BARFEN sehr sinnvoll sein, weil der Besitzer die einzelnen Bestandteile genau kennt und auf diese Weise eine individuelle Bedarfsfütterung durchführen kann.

All diese Vorteile beruhen oft auf Erfahrungswerte und sind häufig nicht direkt übertragbar. Richtig angewendet ( und das ist das Entscheidende !!! ) verhilft die Rohfütterung aber dem Hund zu einem gesünderen und artgerechteren Leben.

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